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buendnis_90_die_gruenenAuch die Grünen stehen vor dem Problem, wie sie ihre Prominenten geräuschlos und ehrenvoll entsorgen können. In Preußen gab es neben dem Reichstag ein Oberhaus. Seine Sitze waren dem Adel und vom Kaiser persönlich berufenen Männern vorbehalten. Heute tagt in seinem Gebäude das Berliner Abgeordnetenhaus.

 

 

 

Die Gründung einer ähnlichen Eliteeinrichtung würde es der grünen Basis möglich machen, in regelmäßigen Wahlen allzu selbstbewusste Parteigrößen mit dem Amt einer Senatorin oder eines Senators auf Lebenszeit wegzuloben. Aufgabe dieses Parteiadels wäre es, ihre im politischen Geschäft erworbene Weisheit an die folgenden Generationen weiterzugeben.

Claudia Roth kann auf einem der nächsten Bundesparteitage zur Ehrenpräsidentin einer solchen Seniorenakademie gewählt werden. So manche(r) in seinem politischem Amt Erstarrte könnte durch ein solches Ehrenamt zum Verzicht auf ein weiteres Mandat zugunsten noch junger und unverbrauchter Gesichter bewegt werden.

Unsere Claudia, eine grüne Mutter Courage

Die „candies" und Jubelrufe für "Mutter Claudia" verraten, dass die einst antiautoritäre Partei in die Jahre gekommen ist. Wie Angela Merkel gilt auch Claudia Roth in der eigenen Partei als alternativlos. Auch sie genießt eine Art Denkmalschutz. Gerührt sprach Renate Künast von einer großen Aktivistin, die ihr ganzes Leben selbstlos in den Dienst der Partei gestellt hat. Diese rührselig inszenierte Parteischnulze wird die Delegierten des nächsten Bundesparteitags abschrecken, der alten, grünen Avantgarde die Nibelungentreue aufzukündigen.

Auf viel Verständnis dürfen Bündnis 90/ Die Grünen bei CDU/CSU hoffen. Auch dieser Partei fehlt ein attraktiver Nachwuchs. Auch sie ist Angela Merkel auf Gedeih und verderben ausgeliefert. Auch hier müssen die jüngeren Abgeordneten zähneknirschend hinnehmen, dass die politiksüchtigen Oberen in den eigenen Reihen unbarmherzig auf ein weiteres Mandat bestehen.

Vielleicht ist dieses konservative Selbstbewusstsein angesichts der Zeitumstände angemessen. Denn mit der jetzigen SPD als Volkspartei ist wirklich kein Staat mehr zu machen. Doch für eine schwarz-grüne Koalition ist es noch zu früh. Noch werben beide Parteien um eine zu Wohlstand gekommene Mittelschicht. Ich fürchte, dass wir nach der nächsten Bundestagswahl eine weitere Große Koalition ertragen müssen.


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