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Wie entsteht eine Gesprächs-Kultur ?

 

1. Jeder von uns ist Eigen-Artig. Das macht das Miteinander spannend, provoziert aber auch Spannungen.

2. Jeder Mensch hat seine ganz eigene Art, die Diskussion zu bestimmen. Wir nehmen uns gegenseitig vor-eingenommen wahr. Uns sympathische Menschen erleben wir als stimmig. Uns unsympathische Menschen hoffen wir als unstimmig-irrational entlarven zu können.

3. Weit mehr als wir uns eingestehen wollen, steuert unser Bauch und nicht so sehr unser Kopf unsere Kommunikation. Haben wir kein gutes Gefühl im Bauch, werden wir streitlustig. Unter-halt-same Situationen sprechen sowohl unseren unteren Halt (die Bauchregion) wie unseren Kopf an.

4. Menschen können sich unterschiedlich geschickt einbringen. Deshalb müssen in einer neuen Gruppe anfangs den Stärkeren "Zügel" angelegt und die Schwächeren ermutigt werden. Potentielle Haupt-Redner kann man durch die Regel zügeln,

a) erst wieder zu sprechen, wenn drei /4 andere gesprochen haben.

b) indem der jeweils Sprechende den nächsten Redner bestimmen darf (indem er ihm z.B. einen kleinen Ball zuwirft).

Die Erfahrung zeigt, dass die "Gruppe an sich" möglichst viele hören möchte. Das gelingt nicht, wenn sich zu früh Dauerredner etablieren können. Die Frage, ob alle in der Gruppe eine faire Chance haben, sollte immer wieder neu gestellt werden.

5. Emotionen haben immer Vorrang!

Nur so kann man verhindern, dass sie unentdeckt mehr und mehr das Diskussionsklima bestimmen. Ich muss deshalb den Mut haben, zu sagen:

"Kannst Du bitte lauter sprechen!"

"Ich komme nicht mit, wenn Du so viel und so schnell sprichst!"

"Mir ist nicht klar, was Du sagen willst. Kannst du es noch einmal wiederholen."

"Ich merke, dass Deine Art zu sprechen mich aggressiv macht."

"Ich fühle mich missverstanden. Kann ein anderer vermittelnd eingreifen."

All diese Mitteilungen helfen, das Klima in einer Gruppe zu verbessern. Erst wenn die Atmosphäre "stimmt", kann sachlich miteinander diskutiert werden.

Wie unsere Leiblichkeit unsere bisherigen Erfahrungen spiegelt: siehe auf meiner Webseite

www.leiden-schaft.org

im Abschnitt "von der müh-seligen Entdeckung der Leiblichkeit" / Last mit der Lust


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