Wenn es schlecht Wetter war, spielten wir Kinder im Keller oder auf Urgroßmutters Dachboden. Dort gab es in den Kisten und Schränken immer etwas zu entdecken. Wir schlüpften in die abgelegten Kleider der Erwachsenen und veranstalteten unsere Modeschauen. In einer Truhe fanden wir große, eindrucksvolle Alben. Auf dem braunen Einband war ein goldenes Hakenkreuz zu sehen. Auf den eingeklebten Fotos bestaunten wir jubelnde Menschen oder in endlosen Reihen in riesigen Arenen aufmarschierende Soldaten. Noch von den Bildern ging eine seltsame Faszination aus. Irgendwann waren diese für uns nicht gedachten Bücher verschwunden.

Hoffentlich stehen auch heutigen Kindern noch solche geheimnisvollen Räume, in denen es etwas zu entdecken gibt, offen. Hier jedenfalls kannst Du in meiner Fundgrube stöbern und so manchen Text entdecken, den ich im Laufe der Jahre irgendwo abgelegt und vergessen hatte.

Viel Spaß beim Schmökern!

 

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Wenn Frankieboy und Rufus in ihrem alten, silbernen Mercedes unterwegs waren, drängte sich das Bild vom Maffiaboss  mit seinem mondänen Flittchen auf dem Beifahrersitz auf. Rufus’ Eigensinn wusste es durchaus zu genießen, ab und zu genommen und überwältigt zu werden. Aber auf Dauer nervten Frankies sperriger Schädel und seine ständige Streitsucht. Das gemeinsam geteilte Gefühl, Außenseiter zu sein, war  als Bindungskitt zu wenig.

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Es gibt wieder eine Initiative - diesmal sogar von Juristen -, die eine Reform  des Drogenmissbrauchgesetzes und die Legalisierung von Haschisch fordert. Frankieboy hätte das wenig interessiert. Er kannte genügend Quellen, um an sein tägliches Dope zu kommen.

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29. 6. 1983

"Der Kollege Schüler hat seine Arbeitspflichten in grober Weise verletzt. Er verließ wiederholt unerlaubt seinen Arbeitsplatz. Heute erschien er gegen 13.30 zur Spätschicht, nahm jedoch seine Arbeit vorerst nicht auf. Seine Betriebsleiterin forderte ihn mehrmals auf, seinen Arbeitspflichten endlich nachzukommen. Dem herbeigerufenen Produktionsleiter gegenüber erklärte Kollege Schüler, dass er im Moment nicht ansprechbar sei. Damit war die Angelegenheit für ihn erledigt.

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Erinnerungen an einen Weggefährten

Sommer 1971 wurde im Arsenal mehrmals Rosa von Praunheims Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt." gezeigt. Anschließend stritt man In den Diskussionen heftig über das vom Film vermittelte Bild des Homosexuellen. Viele Studenten beteiligten sich, die wie ich eine Alternative zur anonymen Kneipenwelt suchten. Wir vereinbarten für den Herbst ein erstes Treffen (siehe: Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt – Wikipedia).

Viele waren in der linken Bewegung aktiv. Als erstes sollte eine politische Standortbestimmung erarbeitet werden. Ich plädierte für eine "Schwule Befreiungsfront", wie es sie in den USA bereits gab. Aber die meisten lehnten das Wort "schwul" als anrüchig ab. So einigten wir uns auf "Homosexuelle Aktion Westberlin" (siehe: Homosexuelle Aktion Westberlin – Wikipedia).

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bhagwanBhagwan verstand auf seinen Fotos äußerst überzeugend zu verkörpern, um was es ihm ging. Sein rechtes Auge sah Dich prüfend an, während das andere, nach innen gewandt, in einer anderen Welt zu weilen schien. Jahrzehnte später, als ich mehr von seinem Leben wusste, konnte ich auch den versteckten Schalk (das Schelmische) in dieser Selbstdarstellung entdecken. Sicher kannte Bhagwan den Spruch aus Jesus Sirach, einem der Weisheitsbücher des Alten Testaments: "Es ist mancher scharfsinnig und ist doch ein Schalk." (Buch Sirach 19, 22) (Zu Bhagwans Persönlichkeit und seinem Werk siehe: Osho – Wikipedia)

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Einleitung

Soka gakkai makiguchi memorial hallIch habe schöne Stunden bei den Versammlungen der Soka Gakkai erlebt und dort sympathische Menschen kennengelernt. Für die erlebte Gastfreundschaft möchte ich mich hier noch einmal herzlich bedanken. In der religiösen Gedankenwelt dieser Gruppe bin ich nie heimisch geworden. Irgendwann fasste ich den Entschluss, mich mit der Geschichte dieser Bewegung zu beschäftigen. Anlass war unter anderem, dass in einer Ausstellung der jetzige Präsident der Soka Gakkai Daisaku Ikeda (geboren 1928) in eine Reihe mit Mahatma Ghandi und Martin Luther King gestellt wurde. So viel Präsidentenanhimmelei verführte mich Anarchisten, doch einmal meinen Skorpionstachel zu ziehen.

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