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Bild flickr g c by 2.0
Ich gehöre zum Jahrgang 1944 und besuchte in den sechziger Jahren ein Gymnasium in bayrischen Dinkelsbühl. Einmal lasen wir Georg Büchners Lustspiel "Leonce und Lena". An seinen Inhalt kann ich mich nicht mehr erinnern, aber ein Satz hat sich mir damals tief eingeprägt: "Wie viele Menschen muss man konsumieren, um das Lied der Liebe singen zu können?" Jetzt Im Rückblick weiß ich, dass ich hier zum ersten Mal meinem Lebensthema begegnet bin.

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Meinem Freund Taner zu seinem 37. Geburtstag

am 15. September 2012

1. Es gibt ein neues Zauberwort: die Achtsamkeit.

Was unterscheidet sie von der uns seit langem vertrauten "Achtung"?

Früher war es üblich, Briefe mit einem "Hochachtungsvoll" zu beenden. Inzwischen klingt diese Höflichkeitsfloskel hohl und leer und wird kaum noch benutzt.

Die Achtsamkeit ist der Versuch einer liebevollen Neuorientierung.

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Von Scham und Peinlichkeit (1)

 

Sich zu schämen, scheint aus der Mode zu kommen. Mir aber ist es peinlich, wenn einer meiner Freunde in der U-Bahn rumfurzt. Mich quält die Angst, als der Übeltäter verdächtigt zu werden. Meinem Stinker aber macht es nichts aus, ins Zwielicht zu geraten.

 

Offensichtlich sind wir unterschiedlich aufgewachsen. In meinem Elternhaus wurde das Bad nicht abgeschlossen. Dort sah ich Vater und Mutter nackt. Aber wenn ich kacken musste, wollte ich möglichst alleine sein.

 

Scham und Freiheit

 

Unser Schamempfinden bildet sich in frühester Kindheit. Was Kindern als peinlich vermittelt wird, sitzt tief und lässt sich später nur noch schwer korrigieren. Viele werden es sympathisch finden, dass ich sie nicht mit Furzen belästige. Doch hinter meinem rücksichtsvollen Verhalten könnte auch ein Stück gehemmter Spontanität stecken.

 

Wie frei wir wirklich sind, erleben wir in Liebesbeziehungen. Im Stadium des Verliebtseins habe ich mich dem anderen nur frisch geduscht und nett herausgeputzt zugemutet. Aber wenn die Liebe alltäglich wurde, ließ sich so viel angestrengte Selbstdarstellung nicht durchhalten. Wurde es dann nicht peinlich, entstand ein Gefühl von Vertrautheit und nähe. Geteilte Innigkeit verlangt einem Balanceakt zwischen Selbstvertrauen (Ich darf sein wie ich bin!) und Rücksichtnahme.

 

Wie soziale Verhältnisse Intimität nicht aufkommen lassen.

 

Mein Vater war der Anlass, mir über diesen Zusammenhang Gedanken zu machen. Hinfällig geworden, musste er morgens und abends gewaschen werden. Immer öfters nässte er ein. Mir wäre dieser Verlust an Selbständigkeit peinlich gewesen. Aber meinen Vater schien das nicht weiter zu belasten.

 

Er ist in einer oberschlesischen Bergarbeiterfamilie aufgewachsen. Seine Eltern mit ihren vier Kindern mussten mit einer Eineinhalbzimmerwohnung auskommen. Wasser holten sich alle Mietsparteien draußen auf dem Flur. Zur "Notdurft" ging man nach unten in ein Holzhäuschen auf dem Hof. Arm waren dort die meisten Familien und deshalb war Armut keine Schande. Erst wo Wohlstand selbstverständlich wird, muss sich der, der arm bleibt, schämen.

 

Grenzziehung und Scham

 

Auch mein furzender Freund kommt aus einer Arbeiterfamilie. Seit seiner Geburt leidet er an einem Kopfzittern, das unter Stress heftiger wird. Sicher wurde er mehr als seine Geschwister verwöhnt. Mein gewiefter Freund hat das ausgenutzt und sich mit den Jahren immer mehr Freiheiten ergaunert.

 

Ins Fettnäpfchen zu treten, ist für ihn selbstverständlich. Aber selbst die, die peinlich berührt sind, wagen wegen seiner Behinderung nicht aggressiv zu reagieren. Sein Mangel an Takt lässt sich nur auf dem ersten Blick als Ausdruck von Spontanität und Unbeschwertheit missverstehen. Auch Tabus zu missachten, kann zu einem Zwang werden.

Von Scham und Peinlichkeit (1)

 

Sich zu schämen, scheint aus der Mode zu kommen. Mir aber ist es peinlich, wenn einer meiner Freunde in der U-Bahn rumfurzt. Mich quält die Angst, als der Übeltäter verdächtigt zu werden. Meinem Stinker aber macht es nichts aus, ins Zwielicht zu geraten.

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Der Vorteil am Sehen ist, dass man nicht so genau hinsehen muss. Diese überraschende Ein-Sicht machte ich als Blinder. Viele Wege, die ich aus meiner Zeit als Sehender zu kennen glaubte, erwiesen sich plötzlich als fremd und unbekannt. Zu viele Ecken und Kanten, auf die mich nun mein Blindenstock verwies, hatte ich einfach über-sehen. Sehend genügte mir ein Über-Blick und ich konnte mich problemlos der Welt meiner Gedanken überlassen.

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Alle zwei Jahre gestatte ich meinem Urologen einen Blick auf meinen Unterleib. Jedes Mal bescheinigt er mir alten Sack eine "jugendliche" Prostata. Da ich mit meiner nachlassenden Potenz konfrontiert bin, weiß ich solche Komplimente zu schätzen. Aber mit meinem Blasendruck ist mein Arzt, seit wir uns kennen, nicht zufrieden. Meine Blase entleert sich völlig und die gemessene Flüssigkeitsmenge entspricht der Norm. Aber mein Strahl plätschert leider nur kläglich vor sich hin.

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es war nicht schlecht.

Ja fast schon gut.

es riecht nach schweiss.

ich spür mein herz.

 

im müll der gummi,

prallgefüllt.

mein glockenspiel

tanz mit dem wind.

 

er fickt nicht schlecht.

ist echt potent.

kein anlauf hemmt.

kein wort zuviel.

nur haut auf haut:

ein geiler fick.

 

weshalb die wehmut,

die jetzt schmerz?

 

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Gibt es zwischen beiden einen Unterschied?

Der Verstand bezieht einen Standpunkt gegenüber der Wirklichkeit, den er zu begründen versteht. Die Wirklichkeit ist vielfältig und sie lässt sich unter ganz verschiedenen Gesichtspunkten wahrnehmen.

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Der Begriff scheint eindeutig zu sein. Das "ich will" kennt jeder und auch die Erfahrung, dass es manchmal recht anstrengend sein kann. Tagtäglich wird uns vieles abverlangt, wozu wir keine große Lust haben. In diesem Fällen hilft die Willensanstrengung über die Runden. Deshalb gilt sie als Tugend, die mir in meiner Erziehung noch vermittelt wurde. Vor willensschwachen Menschen wurde ich gewarnt und wo kämen wir schließlich hin, wenn sich keiner mehr anstrengen würde.

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Er arbeitet im Stahlrohrbau.

Jedoch sein Rohr ist ziemlich faul.

Vielleicht kann er ja Rohre schweißen.

Bei mir im Bett baut er nur Scheisse!

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Noch nie war ich in der Lage, einen Luftballon aufzublasen. Dazu fehlt mir die Kraft in den Lungen. Wenn es mir seelisch schlecht geht, wird mein Atem immer flacher. Ich bin zu erschöpft, um noch tief ein- oder auszuatmen. es fühlt sich an, als müsste meine Arme Brust gegen eine schwere Last ankämpfen. Manchmal kippt meine resignative Stimmung um in eine Depression. Ich bin dann wie gelähmt. Neben diesem mutlosen Atem quält mich seit Jahren ein zäher Husten, den ich einfach nicht loswerde.

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OberkoerperEs ist nicht einfach, den Raum des eigenen Herzens auszuloten. Wenn mein Kopf angespannt ist, höre ich in den Ohren seinen Pulsschlag. Manchmal spüre ich, wie meine Schultern auf meinem armen Herzen lasten. Oft habe ich den Wunsch, eine Hand tröstend auf mein wundes Herz zu legen. Ich habe eine innige Beziehung zu meinem Herzen.

 

 

 

 

 

 

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FaceDiese Zeilen schreibe ich mit gebrochenen Herzen. Der Grund ist schnell erzählt. Meine Zwillinge, deren Opa ich bin, sollten zusammen mit ihrem Vater bei mir zehn Tage wohnen. (Ihre Mutter musste in dieser Zeit arbeiten.) Da drei Wochen vorher mein Vater gestorben war, habe ich mich auf dieses Zusammensein besonders gefreut.

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Kindheit und Jugend

reichWilhelm Reich kam 1897 in Galizien in einer jüdischen Familie zur Welt. Sein Vater, den er als jähzornig und unnahbar schildert, betrieb ein großes, landwirtschaftliches Gut. Wenn sie nicht mit ihrem autoritären Vater konfrontiert waren, hatten Wilhelm und sein Bruder ein aufregendes Leben. In den Ställen und Wäldern, auf den Wiesen und Feldern gab es immer Neues zu entdecken. Zeugung und Geburt, aber auch der Tod  waren ganz selbstverständlicher Teil dieses  ländlichen Alltags. Als die Jungen das Schulalter erreicht hatten, wurden sie zuhause von einem Lehrer unterrichtet. Der zwölfjährige Wilhelm entdeckte, dass seine Mutter mit ihm fremdging. Er fühlte sich gleich von zwei geliebten Menschen verraten. Aufgewühlt erzählte Wilhelm dem zurückgekehrten Vater seine Beobachtungen. Der Lehrer wurde gefeuert. In immer neuen Wutausbrüchen beschimpfte der Vater die Mutter und  schlug sie. In ihrer Verzweiflung griff sie zu einer Flasche mit einem ätzenden Reinigungsmittel.  Sie starb qualvoll. 1914,  in einer eisigen Winternacht, provozierte der Vater, der ihren Tod nicht verkraftet hatte, eine schwere Lungenentzündung. Da er sein Sterben fahrlässig herbeigeführt hatte, wurde seinen Söhnen die hohe Lebensversicherung nicht ausgezahlt. Bei Kriegsausbruch meldete sich Reich beim österreichischen Sanitätsdienst. Während des Krieges verwüsteten russische Truppen das väterliche Anwesen.

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Das Waldviertel, zwischen Donau und böhmischer Grenze gelegen, ist im 19. Jahrhundert eines der Armenhäuser des Habsburger Kaiserreiches. Die Beweglicheren wandern ab. Den Zurückgebliebenen unterstellt man Hinterwäldlertum und Inzucht.

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bild_07Ich bin ein Kriegskind und wurde im November 1944 geboren. Schon kurz nach dem Einsetzen der Wehen hatte meine Mutter ihr Fruchtwasser verloren. Sie brauchte quälende acht Stunden, um mich auf die Welt zu bringen. Durch die große Anstrengung hatten sich ihre Brustwarzen entzündet. Sie konnte mich nicht stillen. Ich bekam Kuhmilch, die ich anfangs erbrach. Eine Magen-Darm-Grippe grassierte. Viele Säuglinge starben. Ich gehörte zu den wenigen, die überlebt haben.

 

 

 

 

 

 

 

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WG1Vor über dreissig Jahren war ich ein gern gesehener Gast in einer Landkommune im mittelfränkischen Jobstgreuth. Tonangebend in dieser Gemeinschaft mit häufig wechselnden Mitgliedern war Raymond Martin. Ein kreativer, junger Mann mit viel Liebreiz, der nicht nur Frauen zu bannen verstand, sondern mit seinem Vertrieb von Erwachsenen-Comics auch finanziell recht erfolgreich war.

 

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Milka bin ich vor über dreißig Jahren auf dem schwulen Sommercamp in Niederbayern begegnet. Von seinen selbst geschriebenen Songs hat mich vor allem sein "Ich habe Dich gehasst!" angesprochen. Vielleicht, weil auch ich meine Schwierigkeiten hatte, meinen Körper anzunehmen.

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Er war ein geiler ecstasy-raver.

auch trug er mit Stolz

Rasterlocken.

 

Doch selbst ihn lässt das Schicksal nicht ungeschoren.

 

Er sah es mit Schrecken: Geheimratsecken.

 

Es war schon bitter:

der dichte Haarschopf

lichter und lichter.

 

Jetzt geilt er als Glatzkopf

und die ihn besamen,

ahnen nichts vom Glanz

jener haarigen Jahre.

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