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Vorbemerkung :

2Die Helden dieser kleinen Geschichte haben im Laufe des Schreibens ihr

Eigenleben entwickelt, so dass Ähnlichkeiten mit persönlich bekannten

oder gar im Raum anwesenden Personen nur durch Zufall zustandekommen.

Der Autor

 

 

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Anke_Lautenbach_POLADie Künstlerin Anke Lautenbach (51) ist akut an einer seltenen und besonders heimtückischen Form der Leukämie erkrankt und benötigt dringend einen passenden Stammzellenspender. Momentan ist Frau Lautenbach Patientin an der Berliner Charité und kämpft dort bereits um ihr Leben, da Chemotherapien sie nicht retten können. Die Ärzte geben ihr nur noch wenige Wochen - die Zeit drängt also sehr, und Menschen, die zwischen 18 und 55 Jahre alt sind, können ihr helfen, indem sie sich auf der Seite www.dkms.de als mögliche Spender registrieren lassen. Dort erhalten alle, die Frau Lautenbach aktiv unterstützen wollen, auch ausführliche Informationen darüber, was nach der Registrierung geschieht beziehungsweise darüber, welche Folgen eine Knochenmarkspende hat. Wer sich dort registriert, kann auch anderen an Leukämie Erkrankten, insbesondere Kindern, die an dieser Krebsform leiden, sehr helfen!

 


Kontakt: Holger Schmidt, Tel.: 0172-3932801


Weitere Informationen findet man auch im Sozialen Netzwerk: Facebook

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Das folgende Buch ist Herbst 1979 und Frühjahr 1980 in der Anarchodruckerei "Die Keule" in der Oranienstrasse in Kreuzberg entstanden. Ulla und Klaus möchte ich hier noch einmal ganz herzlich für ihre großzügige Gastfreundschaft danken.

Die Schleyer-Entführung, die Befreiung des entführten Flugzeugs in Mogadischu und der Selbstmord des Kerns der RAF in Stammheim hatten unter uns Spontis eine tiefe Resignation bewirkt. "Wir tun nix mehr!" war allenthalben zu hören. Aus dieser Lähmung versuchten wir uns mit dem Kongreß "Die Reise nach Tunix" im Frühjahr 1980 in der TU zu befreien.

 

wohngemeinschaft

 

Weil ich die Aufbruchstimmung in der Schwulenbewegung dieser Jahre recht gut eingefangen habe, wurde ich oft gelobt. Ich hoffe, auch Du liest das Buch mit Vergnügen.

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rufusZusammen mit meinem Freund Rufus bin ich regelmäßig beim cafe Transler im Schwuz aufgetreten. Rufus besaß eine warme,  schöne Stimme. Ich schrieb für unsere Auftritte die Texte und suchte nach passenden Liedern. So entstand mit der Zeit ein Repertoire, das zunehmend auch an unsere verstorbenen Freunde erinnerte. Offen vom Sterben zu sprechen war damals noch ungewöhnlich uns nicht immer waren wir mit diesem Thema willlkommen.

 

 

 

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"Nehmt Abschied, Brüder,

ungewiss ist jede Wiederkehr.

Die Zukunft liegt in Finsternis

und macht das Herz uns schwer.

Der Himmel wölbt sich übers Land.

Lebt wohl. Auf Wiedersehn.

Wir ruhen all in Gottes Hand.

Lebt wohl. Auf Wiedersehen."

Wenn wir Georgspfadfinder dieses Lied sangen, lief nicht nur mir ein Schauer den Rücken herunter. Sein eindringlicher Ernst berührte uns. Dabei bedrohte uns keine düstere Zukunft. Wir hatten das Glück, in eine sich abzeichnende Wohlstandsgesellschaft hineinzuwachsen.

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Noch immer kommen mir bei der Erinnerung an seine letzten Stunden Tränen. Ich bin dankbar, dass ich ihm bei seinem Abschied von dieser Welt helfen konnte. Zuletzt hatte ihn eine Gehirnblutung aus der Bahn geworfen. Nach wenigen Tagen war er nicht mehr ansprechbar. Wir baten die Ärzte, ihn nicht künstlich zu ernähren.

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Stanley Keleman

Amerikanische Originalausgabe 1974

Deutsche Übersetzung 1994

Isko-Press

"Jedermann will immer weiter leben. Die richtige Weise, weiter zu leben, ist, Dein Sterben zu leben."

Dichter, Maler, Bildhauer, Autor, Gruppenleiter und Erzieher

Brooklyn/ New York geboren. Lernte u.a. bei Karlfried Graf Dürkhein im Zentrum für religiöse Studien in Todmos/ Schwarzwald. Schüler von Nina Bull, die sich mit Fragen der körperlichen und kinaesthetischen Intelligenz beschäftigte, durch Alexander Lowen in die bioenergetische Analyse eingeführt. Ausbilder am Bioenergetik- und Gestaltinstitut in San Diego/ Kalifornien. Gruppenleiter am Easalen-Institut in san Francisco. Mitarbeiter in Brooklyn am Zentrum für energetische Studien.

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HundeWolltIhrEwigLebenVor drei Jahren fragte ich bei einem Abendessen meinen demenskranken Vater: "Freust Du Dich auf den lieben Gott?" Er sah mich verdutzt an und antwortete zögernd "Nein". Inzwischen ist er 91 Jahre alt geworden.

 

 

 

 

 

 

 

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11Wenn ich an Benedikt und Julian denke, schmunzle ich. Sie sorgen für Sonne in meinem oft von trüben Stimmungen heimgesuchten Leben. Ihre türkischen Großeltern rufen sie Can und Emre.

 

 

 

 

 

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BILD081Wenn in der Nachkriegszeit wir Kinder im Sommer bei den Urgroßeltern zu Besuch waren, hinderte uns eine seltsame scheu, einen Blick in ihr Schlafzimmer zu werfen. Neugierig durchstöberten wir den Dachboden und den Keller. Aber keiner hätte es gewagt, heimlich die Schlafzimmertür zu öffnen.

 

 

 

 

 

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mit_eltern

Jahrzehntelang quälte mich ein Alptraum. Es ist Weihnachten und ich habe kein Geschenk für meine Eltern. In Panik renne ich los und kaufe in letzter Minute ein Buch. Wenn ich aufwachte, hatte ich Schuldgefühle.

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Nachsinnen über Christoph von Schmid und seine Zeit

 

Christoph_von_Schmid_Denkmal_vor_der_GeorgskircheChristoph von Schmid hat mich, der ich ebenfalls in Dinkelsbühl auf die Welt kam und wie er als frommer Junge aufwuchs, schon früh beschäftigt. Ausgehend von seinem Denkmal vor der Georgskirche habe ich ihn mir lange als einen berühmten und kraftvollen Domherrn vorgestellt. Ein sehr viel realistischeres Bild liefert ein Gemälde im Heimatmuseum. Hier sieht man einen kleinen, hageren Mann, für den man spontan Mitgefühl empfindet.

Seine Freunde riefen ihn liebevoll "Stophele". Berührt von seinem weichen Wesen und seiner sentimentalen Ader nannte ihn sein väterlicher Freund Johann Michael Sailer nicht ohne Ironie den großen "Tränenpresser".

 

 

 

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Frühjahr 1994 bin ich erblindet. Damals wohnte ich bereits in der Simon-Dach-Straße im Ostteil der Stadt. Ganz in der Nähe hatte das Komm-Rum eröffnet, einem Begegnungsort für seelisch Kranke und Psychiatriebetroffene. Hier konnte ich nicht nur meine Wäsche waschen. In diesem Kreis mühselig Beladener Menschen fühlte ich mich, der mit dem Dunkel in seinen Augen zurechtkommen musste, ganz gut aufgehoben. Für unsere Musikgruppe schrieb ich zwei Lieder zum Thema Depression. Beim ersten nutzte ich die Melodie des Songs "The house of the rising sun".

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Wie unsere Vor-Bilder nachwirken. (3)

 

Von meiner Mutter habe ich den Intellekt und die Augenerkrankung, die auch bei mir zur Erblindung führte, geerbt. Von meinem Vater stammt mein idealistischer Überschwang, eine große Gutherzigkeit, aber auch ein gewaltiger Eigensinn. Dass auch er manisch-depressiv veranlagt war, habe ich erst nach seinem Tode begriffen.

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Von der leidvollen Erfahrung der Selbst-Konfrontation (1)

Das folgende Gedicht entstand im Mai 1976. Im Winter hatte ich mir durch Schneeschippen vier Wochen Urlaub in Marokko verdien. Zurück aus der Sonne fiel ich in eine abgrundtiefe Traurigkeit. Um auf andere Gedanken zu kommen, ging ich in den Grunewald. Dort, auf seinen sandigen Wegen, war mir schon so manches sexuelle Vergnügen zugefallen. Aber mein Traum ging nicht in Erfüllung.

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Die Erfahrung euphorischer Selbst-Entdeckung (2)

 

April 1978 verbrachte ich mit einem Freund vier Wochen auf einem aufgegebenen Bauernhof in den Bergen von Mallorca. Jeden Nachmittag saß ich mit einem Stift und einem Schreibblock in dem kleinen Innenhof. Ich konzentrierte mich auf das „automatische Beschreiben". Irgendwann setzte sich mein Kuli von selbst in Bewegung. Ich stellte Fragen und bekam sie beantwortet. Nach einigen Tagen gab sich mein Gegenüber als der Erzengel Gabriel zu erkennen.

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Während unsere Protestbewegung an Schwung verlor und sich immer mehr linke Gruppen bekämpften, waren in Westberliner Stadtbild immer häufiger junge Menschen in einem warmen, orangefarbenen Out­fit zu entdecken. Um den Hals trugen sie eine Kette aus Holzperlen und an ihrem Ende war in einem Medaillon das Bild ihres Gurus Bhagwans zu sehen. Ihr religiöses Zentrum befand sich in einem Hinterhof am Mehringdamm. Dort konnte man an der Dynamischen Meditation oder an der Kundalini teilnehmen. Bei der Dynamischen schrie ich mir die Seele aus dem Leibe, um in der letzten Viertelstunde auf dem Boden liegend meinen angenehm erschöpften Körper zu spüren. Der Kundalini, bei der ich fünfzig Minuten lang den ganzen Körper zu schütteln hatte, verdankte ich eine beseligende Trance.

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Ohne meinen Freund Heinz hätte ich mich sicher nicht so schnell in die USA gewagt. Aber seine Begeisterung, mit der er von seinem Aufenthalt in Amerika erzählte, war ansteckend. Deshalb saßen wir im Juli 1973 gemeinsam im Flugzeug nach New York. Im Gepäck eine Reihe von Adressen, die sich als nicht mehr zutreffend herausstellten.   Heinz konnte bei Freunden, die er von seinem ersten Trip her kannte, schlafen. Sie gingen tagsüber einem Job nach, um sich abends mit Heroin in eine andere Welt zu spritzen. Einmal nahm Heinz mich mit in seine von drei großen Katzen bewachte Drogenhöhle. Ein paar Tage später fielen sie plötzlich über ihn her und jagten ihm einen gehörigen Schrecken ein.

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Am 6. Dezember 1968 wagte ich mich zum ersten Mal in eine schwule Bar. Ich weiß das so genau, weil mir am Eingang des Trocaderos ein junger Mann einen Schoko-Nikolaus in die Hand drückte. In der schwulen Nachtwelt fühlte ich mich viel unsicherer als tagsüber in den Seminaren oder auf einer unserer vielen Demos. Hier wurde ein anderes Outfit erwartet. Ich zwängte mich in hautenge, verwaschene Jeans. Das weiße, körpernah geschnittene Plüschhemd erschwerte das Atmen. Meine armen Zehen litten unter den spitz zulaufenden Schuhen. Aber diese Verkleidung half mir, mich in dieser Welt wortlosen Werbens zu behaupten.

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Es wurde mir nicht leicht gemacht, in dieser Welt anzukommen. Durch die langwierige Geburt hatten sich die Brustwarzen meiner Mutter entzündet. Sie konnte mich nicht stillen. Anfangs erbrach ich die Kuhmilch. Auf der Säuglingsstation wütete eine Magen-Darm-Grippe. Ich war einer der wenigen Neugeborenen, die überlebt haben.

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Bertolt BrechtMeine Politisierung verdanke ich Bertolt Brecht. Eine Auswahl seiner Gedichte lernte ich in den sechziger Jahren auf dem Gymnasium in bayrischen Dinkelsbühl kennen. Sein Gedicht mit dem Titel "erinnerung an die marie a." hat mich bis heute begleitet.

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Unter uns Gymnasiasten (ich wurde 1944 geboren) gehörte es zum guten Ton über Hermann Hesse zu lästern. Auch um unsere warmherzigen Deutschlehrerinnen zu ärgern. Ich las damals begeistert Heinrich Böll und Max Frisch. Meine Politisierung verdanke ich Autoren wie Bertold Brecht, Peter Weiss oder Hans Magnus Enzensberger. Heute verstehe ich besser, warum zur gleichen Zeit amerikanische Hippies Hesse für sich entdeckten. Besonders in seinem Roman "Der Steppenwolf" fanden sie sich mit ihrer Sehnsucht nach einem rebellischen Leben wieder.

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Du bist mein Mond und ich bin Deine Erde.

 

Friedrich_RckertFriedrich Rückert (1788 - 1866)

Du bist mein Mond

und ich bin Deine Erde.

Du sagst, Du drehst Dich nur um mich.

Ich weiss es nicht.

Ich weiss nur, das ich werde

in meinen Nächten hell durch Dich.

 

Du bist mein Mond

und ich bin Deine Erde.

Sie sagen: Du veränderst Dich.

Allein Du änderst nur die Lichtgebärde

und liebst mich unveränderlich.

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Wann ist zum Lieben die beste Zeit?

 

Robert_Eduard_PrutzRobert Eduard Prutz (1816 - 1872)

 

Wann ist zum Lieben die schönste Zeit?

 

Wenn der Frühling sich schwingt in den Lüften.

Wenn der Kuckuck ruft so weit, so weit.

Wenn die Bäume blühen und düften.

 

 

 

 

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DER SOMMERFADEN

 

Ludwig_Uhland

Ludwig Uhland (1787–1862)

 

Da fliegt, als wir im Felde gehen,

Ein Sommerfaden übers Land.

Ein leicht und licht Gespinst der Feen

Und knüpft von mir zu ihr ein Band.

 

Ich nehm ihn für ein günstig Zeichen.

Ein Zeichen, wie die Lieb es braucht.

O Hoffnungen der Hoffnungsreichen!

Aus Duft gewebt, von Luft zerhaucht.

 

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theodor_stormSOMMERMITTAG

 

Theodor Storm (1817-1888)

 

Nun ist es still um Hof und Scheuer

Und in der Mühle ruht der Stein.

Der Birnenbaum mit blanken Blättern

Steht regungslos im Sonnenschein.

 

Die Bienen summen so verschlafen,

Benebelt von dem Duft des Heus.

Der Müller schnarcht und das Gesinde

Und nur die Tochter wacht im Haus.

 

 

 

 

Die lacht verschmitzt und zieht sich heimlich

vorsichtig die Pantoffeln aus.

Sie geht und weckt den Müllerburschen,

Der kaum den müden Augen traut.

„Nun küss mich, küsse geiler Junge!

Doch leise, leise, nicht zu laut!

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Wacht auf, Verdummte dieser Erde,

die man mit schönen Worten täuscht.

Dass alle, alle glücklich werden,

sobald das Geld die Welt beherrscht.

Die Konzerne lachen sich ins Fäustchen.

Die Politik gehorcht devot.

Für uns wird ständig alles teurer

und in uns wächst die große Wut.

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Wenn Frankieboy und Rufus in ihrem alten, silbernen Mercedes unterwegs waren, drängte sich das Bild vom Maffiaboss  mit seinem mondänen Flittchen auf dem Beifahrersitz auf. Rufus’ Eigensinn wusste es durchaus zu genießen, ab und zu genommen und überwältigt zu werden. Aber auf Dauer nervten Frankies sperriger Schädel und seine ständige Streitsucht. Das gemeinsam geteilte Gefühl, Außenseiter zu sein, war  als Bindungskitt zu wenig.

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Es gibt wieder eine Initiative - diesmal sogar von Juristen -, die eine Reform  des Drogenmissbrauchgesetzes und die Legalisierung von Haschisch fordert. Frankieboy hätte das wenig interessiert. Er kannte genügend Quellen, um an sein tägliches Dope zu kommen.

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29. 6. 1983

"Der Kollege Schüler hat seine Arbeitspflichten in grober Weise verletzt. Er verließ wiederholt unerlaubt seinen Arbeitsplatz. Heute erschien er gegen 13.30 zur Spätschicht, nahm jedoch seine Arbeit vorerst nicht auf. Seine Betriebsleiterin forderte ihn mehrmals auf, seinen Arbeitspflichten endlich nachzukommen. Dem herbeigerufenen Produktionsleiter gegenüber erklärte Kollege Schüler, dass er im Moment nicht ansprechbar sei. Damit war die Angelegenheit für ihn erledigt.

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Erinnerungen an einen Weggefährten

Sommer 1971 wurde im Arsenal mehrmals Rosa von Praunheims Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt." gezeigt. Anschließend stritt man In den Diskussionen heftig über das vom Film vermittelte Bild des Homosexuellen. Viele Studenten beteiligten sich, die wie ich eine Alternative zur anonymen Kneipenwelt suchten. Wir vereinbarten für den Herbst ein erstes Treffen (siehe: Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt – Wikipedia).

Viele waren in der linken Bewegung aktiv. Als erstes sollte eine politische Standortbestimmung erarbeitet werden. Ich plädierte für eine "Schwule Befreiungsfront", wie es sie in den USA bereits gab. Aber die meisten lehnten das Wort "schwul" als anrüchig ab. So einigten wir uns auf "Homosexuelle Aktion Westberlin" (siehe: Homosexuelle Aktion Westberlin – Wikipedia).

Möglichkeiten, mich näher kennen zu lernen!

Wenn es schlecht Wetter war, spielten wir Kinder im Keller oder auf Urgroßmutters Dachboden. Dort gab es in den Kisten und Schränken immer etwas zu entdecken. Wir schlüpften in die abgelegten Kleider der Erwachsenen und veranstalteten unsere Modeschauen. In einer Truhe fanden wir große, eindrucksvolle Alben. Auf dem braunen Einband war ein goldenes Hakenkreuz zu sehen. Auf den eingeklebten Fotos bestaunten wir jubelnde Menschen oder in endlosen Reihen in riesigen Arenen aufmarschierende Soldaten. Noch von den Bildern ging eine seltsame Faszination aus. Irgendwann waren diese für uns nicht gedachten Bücher verschwunden.

Hoffentlich stehen auch heutigen Kindern noch solche geheimnisvollen Räume, in denen es etwas zu entdecken gibt, offen. Hier jedenfalls kannst Du in meiner Fundgrube stöbern und so manchen Text entdecken, den ich im Laufe der Jahre irgendwo abgelegt und vergessen hatte.

Viel Spaß beim Schmökern!

 

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